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Privacy Outside Its 'Comfort Zone'

Sie waren wirtschaftlich und gesellschaftlich fragil - dennoch überdauerten die europäischen staatssozialistischen Diktaturen nach dem Zweiten Weltkrieg noch vier Jahrzehnte. Warum? Dieser Frage geht das DFG-Graduiertenkolleg 1681/2 "Privatheit und Digitalisierung" in der Tagung "Privacy Outside Its ?Comfort Zone': Late Socialist Eastern and East-Central Europe between the Private and the Public" nach.

Die Konferenz widmet sich einer zentralen Forschungsfrage der historiographischen und gesellschaftlichen Aufarbeitung der europäischen staatssozialistischen Diktaturen: Was genau verhalf den wirtschaftlich und gesellschaftlich so fragilen europäischen Diktaturen sowjetischen Vorbilds zu einer vier Jahrzehnte umfassenden Lebenszeit nach dem Zweiten Weltkrieg? Welche Entwicklungen und Tendenzen, welche sozialen Strukturen und Bewegungen stabilisierten die Regime, um sie gleichzeitig zu unterminieren? Denn trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der offensichtlich verbrecherischen Diktatur überraschte der Kollaps der Systeme die westliche Forschungslandschaft und Öffentlichkeit.

Die geplante Konferenz möchte soziale und gesellschaftliche Erklärungsansätze einer relativen Stabilität der Staatssozialismen bieten, zugleich aber auch Sphären des Widerstandes und Nonkonformismus beleuchten, indem das bürgerliche Konzept Privatheit in den staatssozialistischen Gesellschaften recodiert und kontextintern semantisiert wird. So soll die in ihrer kulturhistorischen Genese zutiefst bürgerliche Kategorie Privatheit "outside its comfort zone", also außerhalb liberal-westlicher Gesellschaften, gedacht werden, um sozialgeschichtliche, literaturgeschichtliche sowie kulturwissenschaftliche Aufarbeitungen der sozialistischen Diktaturen zu bieten.

Die Konferenz analysiert in fünf Panels divergierende Semantiken des Privaten, Bedrohungen persönlicher Freiräume sowie Konstruktionen und Verteidigungsstrategien privater Agency:

1. Fluid Borders between the Private and the Public
2. Music, Youth, and Private Practices
3. The State, The Self, and Society: Dynamic Relationships
4. Privacy and Identity in Crime and Law Discourses
5. On Both Sides of Surveillance

Dazu präsentieren internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschungsprojekte. Eingeleitet wird die Konferenz durch eine Keynote des international renommierten Historikers Prof. Dr. Lewis Siegelbaum (Michigan State University, USA).

Am dritten Konferenztag findet eine Round-Table-Discussion mit
Prof. Dr. Natali Stegmann, Universität Regensburg,
Prof. Dr. Dirk Uffelmann, Universität Passau,
Prof. Dr. David Gillespie, University of Bath, England,
Dr. Rüdiger Ritter, TU Chemnitz, und Prof. Dr. Lewis Siegelbaum statt.

Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des DFG-Graduiertenkolleg 1681/2 "Privatheit und Digitalisierung.

Termine

Für dieses Angebot ist momentan eine Durchführung bekannt:

TerminDauerArtPreisOrt/Bemerkungen
08.12.17 - 10.12.17 3 Tage WE Wochenende
Fr. und So.
k. A. Innstraße 40, Nikolakloster (NK) Clubraum 1 (Galerie) CR 1
94032 Passau
Deutschland


Veranstaltungszeit(en): 16:00 - 14:00
Veranstaltungsstätte: Universität Passau
Weitere Informationen zum Kurs finden Sie auf unserer Webseite.­

Anbieteradresse
Universität Passau
Innstraße 41
94032 Passau, DE
Tel: 0851/509-1438
Kontakt: Birgit Schwenger
www.uni-passau.de
birgit.schwenger@uni-passau.de
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